Der richtige Zeitpunkt für eine Zahnspange: Wann sollten Kinder anfangen?

Der richtige Zeitpunkt für eine Zahnspange: Wann sollten Kinder anfangen?
Veröffentlicht von: Dr. Felix Bergschneider
Lesezeit: 8 Minuten | Thema: Zahnspange für Kinder wann

Inhaltsverzeichnis:
Zahnspangen sind nicht nur im Erwachsenenalter, sondern auch im Kindesalter ein Thema. Eine Zahnspange für Kinder: Wann ist sie sinnvoll und wann ist sie geeignet? So beschäftigt dies viele Eltern. Außerdem erkennen Eltern bereits im Kleinkindalter etwaige Fehlstellungen des Gebisses. Diagnostizieren zudem oft der Kinderarzt oder der Schularzt solche Fehlstellungen und \u00fcberweisen das Kind an einen Kieferorthop\u00e4den, allerdings kann auch ohne \u00dcberweisung ein Besuch beim Kieferorthop\u00e4den sinnvoll sein. Daher soll im Folgenden der Frage, ab wann die Zahnspange f\u00fcr Kinder geeignet ist, im Detail auf den Grund gegangen werden.
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Die Zahnspange für Kinder: ab wann ist sie geeignet?
\nDas richtige Alter f\u00fcr eine kieferorthop\u00e4dische Behandlung mit fester oder herausnehmbarer Zahnspange h\u00e4ngt von der Art der Zahn- und Kieferfehlstellungen ab. Allerdings kann bei manchen Fehlstellungen des Gebisses bereits eine Therapie des Milchgebisses sinnvoll sein. Dies f\u00e4llt unter die Kategorie der sogenannten \“Fr\u00fchbehandlung\“. Das Positive an einer solchen Fr\u00fchbehandlung ist, dass sogenannte Leeway-Spaces (Platzreserven) genutzt werden k\u00f6nnen, um das Wachstum des kindlichen Kiefers positiv zu beeinflussen. Dadurch lassen sich schwerwiegende Fehlentwicklungen der Z\u00e4hne bzw. des Kiefers verhindern.
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Die erste Vorstellung beim Kieferorthopäden
\nAus den soeben genannten Gr\u00fcnden ist es sinnvoll, das Kind bereits fr\u00fch beim Kieferorthop\u00e4den vorzustellen. Das passende Alter liegt dabei etwa zwischen f\u00fcnf und neun Jahren – vorausgesetzt, es werden nicht schon im j\u00fcngeren Lebensalter Auff\u00e4lligkeiten des Kiefers bzw. der Z\u00e4hne beobachtet.
Durch eine fr\u00fche Konsultation beim Kieferorthop\u00e4den kann man Fehlstellungen des Gebisses schnell diagnostizieren und ad\u00e4quat therapieren. Zudem sind auch pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen m\u00f6glich, um Zahn- und Kieferfehlstellungen gar nicht erst entstehen zu lassen.
Die folgenden Beispiele zeigen auf, wann eine fr\u00fche Therapie mittels Zahnspange f\u00fcr Kinder sinnvoll ist:
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Traumatischer Tiefbiss
\nBei dieser Fehlstellung bei\u00dft sich das Kind mit den unteren Schneidez\u00e4hnen in den Gaumen.
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Kreuzbiss
\nHier wachsen die Z\u00e4hne des Oberkiefers an den Z\u00e4hnen des unteren Kiefers vorbei.
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Frontal offener Biss
\nBei dieser Fehlstellung ber\u00fchren die Z\u00e4hne von Unter- und Oberkiefer einander nicht. Dabei entsteht diese Fehlstellung h\u00e4ufig durch Daumenlutschen und \u00e4hnliche Gewohnheiten.
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Umgekehrter Oberbiss
\nDabei stehen die unteren Z\u00e4hne vor den oberen Z\u00e4hnen.
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Darum ist eine kieferorthopädische Frühbehandlung sinnvoll
\nIm Rahmen einer Fr\u00fchbehandlung ist es m\u00f6glich, derartige Zahnfehlstellungen nachhaltig zu therapieren. Die Kieferknochen befinden sich bei Kindern noch in der Wachstumsphase. Dadurch kann man gezielt in das Wachstum eingreifen und dieses beispielsweise f\u00f6rdern oder hemmen. Dabei ist es wichtig, dass bereits die ersten bleibenden Backenz\u00e4hne beim Kind vorhanden sind und die Milchfrontz\u00e4hne bereits ausgefallen sind oder wackeln. Das Kind befindet sich dann in der ersten Wechselgebiss-Phase. Dabei tritt diese Phase ab etwa dem sechsten Lebensjahr ein.
An den Milchz\u00e4hnen kann die Zahnspange nur unzureichend befestigt werden und h\u00e4lt dort nicht gut. Deshalb ist eine fr\u00fchere Behandlung mittels Zahnspange im Normalfall eher weniger geeignet.
Wann ist eine Frühbehandlung sinnvoll?
Sinnvoll ist eine Fr\u00fchbehandlung jedenfalls dann, wenn diese sp\u00e4tere Komplikationen – wie etwa Wachstumsauff\u00e4lligkeiten der zweiten Z\u00e4hne bzw. des Kiefers – verhindern kann. Auch bei Kindern k\u00f6nnen nicht therapierte Fehlstellungen des Gebisses bereits Kiefergelenksprobleme verursachen. So kann eine rechtzeitige Therapie dies verhindern.
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Finanzielle Aspekte hinsichtlich kieferorthopädischer Behandlungen bei Kindern
\nIn den meisten F\u00e4llen \u00fcbernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten f\u00fcr eine kieferorthop\u00e4dische Therapie per Zahnspange f\u00fcr Kinder. Die Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass die kieferorthop\u00e4dische Indikationsgruppe 3-5 gew\u00e4hrleistet ist. Bei den kieferorthop\u00e4dischen Indikationsgruppen handelt es sich um Einstufungen hinsichtlich Schwere von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Stufe 1 beschreibt beispielsweise vorwiegend kosmetisch relevante Anomalien ohne medizinische Relevanz, Stufe 2 leichte Fehlstellungen des Gebisses, die den Alltag jedoch kaum beeintr\u00e4chtigen. Daher bezahlt die Krankenkasse erst ab Stufe 3 – also ab mittelschweren Zahn- und Kieferfehlstellungen – etwaige Therapien f\u00fcr Kinder, darunter auch die Behandlung mithilfe der Zahnspange.
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